Pfahlbauten in Unteruhldingen Weltkulturerbe am Bodensee

Das Pfahlbaumuseum Unteruhldingen liegt in der Gemeinde Uhldingen-Mühlhofen am Bodensee. Das 1922 eröffnete archäologische Museum zeigt Rekonstruktionen von Pfahlbauten aus der Stein- und Bronzezeit. Neu ist die Multimediashow „ARCHAEORAMA“. Sie zeigt, wie das Welterbe "Pfahlbauten" unter Wasser aussieht. Die Sonderausstellung „Das Erbe der Pfahlbauer“ präsentiert über 1000 Originalfunde aus den Erbestätten am Bodensee. In den Ferienzeiten ist der Steinzeitparcours für Besucher zum Mitmachen geöffnet (Termine siehe Homepage). Das Museum ist behindertengerecht eingerichtet. 2014 ist das Pfahlbaumuseum vom Tourismusverband Baden-Württemberg zum zweiten Mal als familienfreundliche Freizeiteinrichtung ausgezeichnet worden. Ausreichend Fahrradparkplätze und Schließfächer stehen zu Verfügung. Hunde sind im Museum erlaubt. Direkt neben dem Museum befindet sich das kostenfreie Strandbad mit Kinderspielplatz.

27. März - 30. September 2016
täglich09.00 - 18.30 Uhr
01. Oktober - 06. November 2016
täglich09.00 – 17.00 Uhr
07. November - 30. November 2016
Samstag und Sonntag09.00 - 17.00 Uhr
Montag - Freitag* 14.30 Uhr
Ab 01. Dezember 2016
Montag - Freitag*

14.30 Uhr

 * Nur im Rahmen einer öffentlichen Führung.

Preise inkl. Führung / Offene Führung, Dauer ca. 45 Minuten

Erwachsene€ 9,00
Kinder von 6 - 15 Jahren€ 5,50
Schüler von 16 - 18 Jahren€ 6,50
Studenten€ 6,50
Gäste mit örtlicher Kurkarte€ 8,50
Gäste mit Behinderung€ 8,00

Ermäßigungen nur mit Nachweis. Kombination verschiedener Ermäßigungen nicht möglich!

Das Pfahlbaumuseum

Das Pfahlbaumuseum Unteruhldingen ist eines der größten Freilichtmuseen Europas und hat jährlich zwischen 250.000 und 300.000 Besucher. Dem Museum ist ein wissenschaftliches Forschungsinstitut angegliedert. 500 Meter südlich des Pfahlbaumuseums liegt das Pfahlbaufeld „Unteruhldingen-Seewiesen“, das seit 2011 zum UNESCO Welterbe gehört.

Geschichte des Pfahlbaumuseums

Das 1922 eröffnete Pfahlbaumuseum Unteruhldingen ist im Lauf seiner Geschichte mehrfach um- und ausgebaut worden. In den Anfangsjahren umfasste es nur zwei Pfahlbauten aus der Steinzeit, inzwischen ist es auf 23 Pfahlbauten und zwei Museumsgebäude angewachsen.

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Steinzeitliche Pfahlbauten und Dörfer

1922 wurden die beiden Steinzeithäuser „Riedschachen im Uferbereich errichtet. Sie sind die Rekonstruktion eines jungsteinzeitlichen Moordorfes aus der Zeit um 4000 v. Chr. Das aus sechs Pfahlhäusern mit umgebender Palisade bestehende Steinzeitdorf „Sipplingen“ (um 3500 v. Chr.) wurde von 1938 bis 1940 erbaut.

Als Forschungsarbeit wurde 1996 das Hornstaad-Haus errichtet. Hiermit sollte die Belastbarkeit und Haltbarkeit eines aus Holz, Gras und Lehm erbauten Hauses getestet werden. Seine Vorlage waren die Häuser einer Steinzeitsiedlung in Hornstaad-Hörnle, ca. um 3912 v. Chr. erbaut. Als Teil des Forschungsvorhabens wurde das Haus anschließend von einem Mitarbeiter bewohnt.

Das SWR-Steinzeitdorf, das für die Fernsehserie „Steinzeit – Das Experiment. Leben wie vor 5000 Jahren“, aus drei Häusern errichtet wurde, wurde 2007 in Uhldingen am Ufer des Bodensees wieder aufgebaut. Diese Fernsehserie ließ im Sommer 2006 13 Personen für zwei Monate das Leben einer Steinzeitsippe führen.

360° Panorama der Pfahlbauten © Pfahlbau- und Heimatkunde e.V

Das bronzezeitliche Dorf am Bodensee

Das Dorf aus der Bronzezeit „Unteruhldingen-Stollenwiesen“ wurde zwischen 1999 und 2002 aus fünf Gebäuden im Rahmen eines Europa-Projektes erbaut. Vorbild für dieses Dorf war ein Bronzezeitdorf von vor ca. 3000 Jahren, das vor Unteruhldingen existierte und ursprünglich aus 80 Häusern bestand. Auf 400 Quadratmeter Fläche werden hier 27 Figuren mit ihrer prähistorischen Ausrüstung gezeigt, um die Bereiche Wohnen, Handwerk, Kult und Religion sowie Umwelt und Tiere der damaligen Zeit zu demonstrieren.

Das ARCHAEORAMA

Die UNESCO hat die „Prähistorischen Pfahlbauten rund um die Alpen“ 2011 zum Weltkulturerbe ernannt, darunter auch das 300 Meter südlich des Museums gelegene Pfahlbaufeld Unteruhldingen-Stollenwiesen. Die untergegangenen ehemaligen Siedlungen im Bodensee sind ein wertvolles und bedrohtes Archiv der Menschheit. Die „Pfahlbauten“ sind das einzige Welterbe weltweit, das sich unter Wasser befindet und nicht besichtigt werden kann. Daher wurde 2013 im Pfahlbaumuseum das ARCHAEORAMA eröffnet. Hier erleben Besucher zu Beginn des Museumsbesuchs einen besonderen Tauchgang mit multimedialer Unterstützung. Das ARCHAEORAMA besteht aus drei Räumen. Los geht das Abenteuer mit dem virtuellen Umkleideraum der Taucharchäologen. Im zweiten Raum läuft der Besucher scheinbar durch eine Unterwasserwelt. Er bewegt sich mitten im Pfahlfeld und hat das Gefühl, durchs Wasser zu gleiten. Im dritten Raum wird der Museumgast auf eine Zeitreise mitgenommen. Eine 360 Grad-Projekten zeigt die Wandlung der Landschaft von der letzten Eiszeit bis zur Ankunft der ersten Pfahlbauer. Auf einer Riesenleinwand sieht man, wie ein Dorf Stück für Stück gebaut wird. Mit dieser Präsentation wird weltweit zum ersten Mal das Weltkulturerbe Pfahlbauten sichtbar gemacht.

Die Pfahlbauhäuser

Dann öffnet sich die große Tür und man wird draußen von einem Guide erwartet. Auf Holzstegen über dem Bodensee erreicht man anschließend die Pfahlbauhäuser. Sie wurden in den Bodensee hinein gebaut und geben spannende Einblicke in das Leben in einem Dorf vor 6000 und vor 3000 Jahren. Auf dem Weg durch die Anlage erfahren die Besucher, wie man damals wohnte und welche Gerätschaften unsere Vorfahren kannten. Mitarbeiter des Museums beantworten in den Häusern viele Fragen der Besucher: Wie alt wurden die Menschen damals und was hat sie bewogen, hier zu wohnen? Wer noch mehr wissen will, ist im „Haus der Fragen“ willkommen. In dem speziell eingerichteten Haus werden die 50 häufigsten Besucherfragen beantwortet – mit verständlichen Texten und vielen Illustrationen. Kannten die Menschen schon Medizin und welche Religionen hatten sie? Hier können sich die Museumsgäste auf Spurensuche begeben und Antworten auf die Fragen suchen, die Sie am meisten interessieren.

Der Steinzeitparcours

Danach erreicht man den Steinzeitparcours. Mitmachen und Ausprobieren ist hier ausdrücklich erwünscht! Der Parcours mit Wagenrennbahn und Barfußpark lädt die ganze Familie zu einer Zeitreise ein. Dort gibt es einen riesigen Steinbohrer, Karren mit Holzrädern, einen Barfußpfad und eine Holzstraße, die man selbst bauen konnte. Im Ausgrabungskasten lernen Kinder spielerisch, wie Archäologen ausgraben, zeichnen und dokumentieren. Hier gibt es auch einen überdachten Bereich mit Sitzgelegenheit. Im Parcours zeigen Mitarbeiter wichtige Techniken wie Feuer machen mit Zunder und Pyrit – faszinierend nicht nur für Kinder, sondern ein Erlebnis für die ganze Familie. In den Ferienzeiten werden im Steinzeitparcours zahlreiche Sonderprogramme angeboten, im Sommer 2016 kann man sogar an einer Steinzeit-Olympiade teilnehmen. Bei den „ARCHAE-X“ Tagen erwarten historische Darstellergruppen die Besucher, um sie bei Vorführungen in die unbekannte Welt von damals mitzunehmen. Bier brauen auf bronzezeitliche Art, eine Erlebniswoche mit Steinzeitmann „Blumammu“, der Besuch der Bronzezeitgruppe „Aurea Aetas“ und die Herstellung eines Einbaums mit der Hilfe der Besucher steht auf dem Veranstaltungsprogramm. Den Abschluss macht im Oktober das „Steinzeit-Herbstfest“ mit dem Figurentheater „Fex“. Neben dem Steinzeitparcours finden Sie die Nachbildungen der Häuser aus der SWR Serie „Steinzeit – Das Experiment“, die Millionen Fernsehzuschauer in ganz Deutschland am Bildschirm gesehen haben. Hier wohnten 13 Personen, darunter sechs Kinder, acht Wochen lang zu denselben Bedingungen wie vor Jahrtausenden. Da die Menschen damals nicht schreiben konnten durften es die Menschen des Experiments damals auch nicht, und so dokumentierten Sie ihre Eindrücke in Form von Zeichnungen an den Wänden, die immer noch gut erkennbar sind.

Die Sonderausstellung

Wer die Originalfunde aus den Pfahlbaudörfern sehen will, kann zum Abschluss in die Sonderausstellung „Das Erbe der Pfahlbauer“ gehen. Unter der Frage "Was haben wir geerbt?" werden hier über 1000 teils einzigartige Funde aus über 160 Jahren Pfahlbauforschung aus dem Bodensee präsentiert. Das Pfahlbaumuseum ist ein familienfreundliches Museum und kann mit Kinderwagen gut besucht werden. Barrierefrei ist im ältesten Freilichtmuseum Deutschlands, das 1922 gegründet wurde, kein Fremdwort. Alle Stege und Ausstellungsräume sind mit Kinderwagen und Rollstuhl befahrbar, Aufzug und Schrägrampen sind vorhanden. 2014 ist das Freilichtmuseum zum zweiten Mal als familienfreundliche Freizeiteinrichtung vom Tourismusverband Baden-Württemberg ausgezeichnet worden.

Tipp: Wetter- und Webcam

Auf der Webseite des Pfahlbaumuseums finden Sie eine Wettercam. So können Sie sich vor Ihrem Besuch über das aktuelle Wetter am Bodensee erkundigen.