Marienschlucht Beliebtes Wanderziel am Südufer des Überlinger Sees

Achtung: Die Marienschlucht ist aufgrund eines Erdrutsches bis auf Weiteres komplett gesperrt!

Die Marienschlucht ist ein beliebtes Wanderziel am Südufer des Überlinger Sees, einem bei Überlingen und Konstanz abzweigenden Seitenarm des Bodensees. Sie liegt bei Langenrain, zwischen den Urlaubsorten Wallhausen und Bodman-Ludwigshafen. Das gesamte Ufer ist ein Steilufer: Stellenweise fällt der Berg fast senkrecht mehr als zweihundert Meter in die Tiefe. Mehrere schmale Bäche haben sich in das Gestein eingegraben. Die Schluchten sind an manchen Stellen nur etwa einen Meter breit.

Anfahrt

Man erreicht die Schlucht per Schiff über den Bodensee. Mehrere Schiffslinien halten in den umliegenden Ortschaften. Direkt angesteuert wird die Marienschlucht allerdings nur von der Gesellschaft „CMS Schifffahrt“ mit Kurs über Bodman, Ludwigshafen, Sipplingen und Überlingen. Wer sich von Meersburg, Konstanz, Wallhausen, Dingelsdorf oder von der Insel Mainau auf den Weg macht, muss umsteigen.

Urlauber, die es abenteuerlich mögen, können eine Paddeltour mit dem Kanu wagen. Als Ausgangspunkt bietet sich das Strandbad in Wallhausen an. Man paddelt in östlicher Richtung am Ufer des Bodensees entlang und passiert zunächst den Teufelstisch: eine eindrucksvolle Felsformation, die sich knapp unterhalb der Wasseroberfläche befindet und deutlich zu sehen ist. Unmittelbar an der Marienschlucht kann man wieder an Land gehen.

Von Bodman-Ludwigshafen und Wallhausen aus kann man ebenfalls eine Wanderung unternehmen. Die kürzere Distanz von Wallhausen aus beträgt drei Kilometer. Wer in Bodman startet, muss sieben Kilometer bewältigen. Die Wege führen am Ufer entlang, allerdings sind die Pfade mitunter sehr schmal.

Mit Fahrrädern oder auch mit Kinderwägen kann die Strecke leider nicht passiert werden.

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Ein kleiner Ausflug in die Geschichte

Die Marienschlucht wurde im Jahr 1897 für Touristen geöffnet. Unmittelbarer Anlass war die Verlobung von Othmar von Bodman, einem Sohn des ortsansässigen Adelsgeschlechts von Bodman, mit Maria Gräfin von Walderdorff. Den Grafen von Bodman gehörte das Areal, Othmars Verlobte Maria ihrerseits lieh der Schlucht ihren Namen: Man bezeichnete sie auch als „Braut-Maria-Schlucht“. Im Rahmen der touristischen Vermarktung wurde ein Schiffsanlegesteg gebaut und eine Gaststätte eingerichtet. Heute steht Besuchern ein Kiosk als Raststätte offen.

Die Schlucht wurde im Verlauf des 20. Jahrhunderts mehrmals renoviert. Durch Regen, Geröll und umstürzende Baumstämme sind die Treppen und Stege, die in die Schlucht führen, immer wieder starken Beschädigungen ausgesetzt. So war die Schlucht zu Ostern 2005 nach Starkregen und einem Erdrutsch nicht mehr passierbar. Doch die Zugänge wurden umfassend gesichert und sind seit Mai 2008 wieder vollständig begehbar. Aktuellen Zahlen zufolge besichtigen jährlich etwa 150.000 Besucher die Schlucht.

Bereits seit 1986 schmückt ein Marienrelief den Eingangsbereich. In Auftrag gegeben wurde das Relief vom damals amtierenden Chef des Grafengeschlechts von Bodman, Wilderich von und zu Bodman. Angefertigt wurde das Kunstwerk von Markus Daum.

Besichtigungen

Über Holztreppen und -stege kann man in die Schlucht hinabsteigen. Die Treppen führen zum Teil zwischen den Gesteinswänden hinunter. An vielen Stellen reichen die Stege vom Felsen aus jedoch auch über die Schlucht. Mitunter scheint man sich von oben, wie ein Vogel an die tieferstehenden Bäume und Sträucher anzunähern. Für die Wanderung sollte man also in jedem Fall schwindelfrei sein! Wendet man sich oberhalb der Schlucht nach rechts, gelangt man über die Treppenläufe zur Burgruine Kargegg.

Sehenswertes

Die Burg Kargegg wurde zu Beginn des 13. Jahrhunderts, vermutlich im Auftrag der Adelslinie von Möggingen erbaut. Im Verlauf des 15. Jahrhunderts wechselte die Anlage mehrmals die Besitzer und gehörte zuletzt den Herren von Bodman. Im Mai 1525, inmitten der Unruhen des Bauernkrieges, wurde die Burg von aufständischen Bauern zerstört. Da nichts gegen den Verfall der Gebäude getan wurde, sind heute nur noch einige Mauerreste des früheren Wohnturms erhalten. Doch für eine Wanderung lohnt sich die Ruine allemal.

Eine ganz andere Attraktion ist der so genannte Teufelstisch. Mit diesem Namen bezeichnet man eine Felsnadel vor der Steilküste des Überlinger Sees, etwa einen Kilometer westlich von Wallhausen. Der Teufelstisch ragt vom Grund des Sees etwa neunzig Meter nach oben und endet rund anderthalb Meter unter der Wasseroberfläche. Der Teufelstisch ist vom Ufer aus gut zu sehen. Er ist ein beliebtes Ziel für Taucher – wenngleich das Tauchen aufgrund mehrerer Unfälle seit 1994 verboten ist. Unter strengen Auflagen kann man sich jedoch eine Ausnahmegenehmigung einholen.