Wein vom Bodensee Zeit für Genuss

Das Klima am Bodensee zeichnet sich durch mediterrane Temperaturen aus. Grund dafür ist der Bodensee selbst, der als Wärmespeicher dient und so während der Nacht, die am Tag gespeicherte Wärme abgibt. Insbesondere der Weinanbau, für den die Bodenseeregion berühmt ist, profitiert von diesen Gegebenheiten. Zusätzlich hilft die Sonnenreflektion der Wasseroberfläche um den Boden, sowie die Reben optimal mit Sonnenenergie zu versorgen.

Terroirs

Terroirs werden im Wein-Jargon als Beschaffenheit des Bodens bezeichnet, der in der näheren Umgebung des Bodensees einen besonderen Einfluss auf das Wachstum der Rebsorten hat. Grundlage dafür sind Verwitterungsböden aus der Eiszeit, die durch Süßwassermolassen dem Wein eine einzigartige, fruchtige Note verleihen. Des Weiteren sind Schwemmsandböden, die das Erwärmen des Bodens erleichtern, im Hochrheintal dafür verantwortlich, dass besonders Burgundersorten optimale Bedingungen vorfinden. In den höher gelegenen Anbauregionen des Bodensees ermöglichen Tuffgesteine, welche Überreste aus urzeitlichen Vulkanausbrüchen sind, den Anbau auch in sonst nicht für den Weinanbau geeigneten Umgebungen.

Anbaugebiete

Am Bodensee befinden sich auf einer Höhe zwischen 400 und 560 Metern die am höchsten gelegenen Weinanbaugebiete Deutschlands. Das gesamte Anbaugebiet erstreckt sich auf über 600 Hektar und ist in zwei große Anbaugebiete unterteilt. Das Anbaugebiet „Bodensee“ bildet dabei den größten Teil der Fläche und befindet sich westlich vom Bodensee.

Besonders für seine Rotweine bekannt ist das 11.500 Hektar große Anbaugebiet „Württemberg“. Ein Besuch dieses Weinanbaugebiets bietet sich besonders während der Spargelsaison an.

Obwohl die beiden Gebiete sich vom Namen her unterscheiden, so sind sie klimatisch und geografisch gesehen eine zusammengehörende Einheit.

Die wichtigsten Rebsorten

Der Spätburgunder

Die bekannteste und hochwertigste Rebsorte am Bodensee ist der Spätburgunder, französisch: pinot noir. Diese Rotweinsorte wurde schon 884 vom Urenkel Karl des Großen angebaut. Heutzutage gilt sie als Edelrebe und wird aus diesem Grund bei der Herstellung von Champagner als Basiswein verwendet.

Der Müller-Thurgau

Die Rebsorte Müller-Thurgau, auch Rivaner genannt, hat seinen Ursprung im Jahre 1882. Namensgebend wurde diese Rebsorte vom Schweizer Hermann Müller im Kanton Thurgau entwickelt und wird dort heutzutage auf einer Fläche von 42.000 Hektar immer noch angebaut.

Der Weißburgunder

Weitere interessante Rebsorten sind zum Beispiel der Weißburgunder, französisch: pinot blanc, eine Weißwein Sorte, die aus dem 14. Jahrhundert stammt, oder aber der Grauburgunder, französisch: pinot gris, aus dem Jahre 1711, der eine sogenannte Mutation des Spätburgunders ist.

Neben den vorgestellten Rebsorten gibt es noch unzählige kleinere Winzer, die sich auf die Produktion von speziellen Weinen konzentriert haben. Um diese Fülle unterschiedlicher Weine zu entdecken bieten sich Weinproben an, die sich mit Weinwanderungen kombinieren lassen.

Weinwanderungen und Weinproben am Bodensee

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Der größte private Winzerbetrieb am Bodensee

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Weinwanderungen und Weinproben

Eine Weinwanderung bietet sich besonders in Regionen an, in denen vielfältige Rebsorten angebaut werden. In kleinen Gruppen von 10 bis 20 Personen werden verschiedenste Weingüter besichtigt und im Anschluss die Weine vor Ort verkostet.

Eine mögliche Route am Bodensee, die als verlängertes Wochenende von Donnerstag bis Sonntag geplant ist, würde pro Person inkl. Vollpension ca. 800,- € kosten. Inbegriffen in den Preis sind sämtliche Übernachtungskosten, sowie Weinverkostungen in den drei bekanntesten Weingütern des Bodensees. Auf Grund der begrenzten Gruppengröße ist, während der Weinprobe, ein persönlicher Austausch mit den Winzern möglich, sodass einzigartige Einblicke in den Weinanbau am Bodensee möglich sind.

Die Spitalkellerei Konstanz ist seit dem Jahre 1225 Teil der Spitalstiftung Konstanz. Dabei handelt es sich um eine Stiftung, die mehrere Altenheime und ein Krankenhaus betreibt. Um diese zu finanzieren wird unter anderem dieses Weingut betrieben. Heutzutage ist sie die älteste Spitalkellerei Deutschlands, die sich mittlerweile in privater Hand zweier erfahrener Winzer befindet, wodurch sich die Qualität des Weins erheblich verbessert hat.

Der größte private Winzerbetrieb in der Bodensee-Region ist, mit einer Anbaufläche von ca. 100 Hektar, das Weingut Markgraf von Baden-Schloss Salem. Hier werden schon seit ca. 900 Jahren Qualitätsweine angebaut. Seit 2012 gehört das Weingut zum Verband Deutscher Prädikatsweingüter (VDP).

Auf Grund der früheren Besitzer, dem Fürstbistum Konstanz, gehören dem Staatsweingut Meersburg die besten Lagen rund um den Bodensee. Dadurch ist es in der Lage auf ca. 63 Hektar qualitativ hochwertige Weine zu produzieren.