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Rebgut Haltnau
Die Sage der Wendelgard von Haltnau

Wie ein Meersburger Weinberg in den Besitz der Konstanzer Spitalkellerei kam

Nach der Wendelgard-Sage gehörte das prachtvolle Rebgut Haltnau zwischen Meersburg und Hagnau vor langer Zeit der adligen Jungfer Wendelgard von Haltnau. Mit irdischen Gütern reich gesegnet blieb sie doch einsam und allein, denn sie war mit einem Makel gehaftet. Statt eines lieblichen Mundes sei der Jungfer ein „Schweinsrüsselein“ gewachsen, berichtet uns die Sage. Wendelgard litt sehr daran. Doch sie wollte in Gesellschaft, unter Menschen. Also schlug sie dem Bürgermeister und Rat der Stadt Meersburg vor, sie wolle der Stadt ihren ganzen Besitz vermachen. Dafür verlangte sie eine Gegenleistung:

Jeden Sonntag solle das Stadtoberhaupt selbst oder einer der Ratsherren mit ihr in einer Kutsche ausfahren, mit ihr speisen und das sonntägige Mahl mit einem Kuss beenden. Meersburgs Stadtväter wiegten bedächtig die Köpfe. Das schöne Rebgut hätte ihnen wohl gefallen. Aber diese Forderung! Nein, das war zu viel verlangt. Sie lehnten ab.

Trübsinnig stand Jungfer Wendelgard am Fenster ihres Rebgutes und sah von ferne über den See die Türme der Stadt Konstanz im Glanz des Abendsonnenscheins. Ihr Entschluss war gefasst. Sie wandte sich nach Konstanz. Stadtoberhaupt und Rat waren gewillt, ihren Wunsch zu erfüllen und alsbald wechselten sich Bürgermeister und Ratsherren im aufopferungsvollen sonntäglichen Dienst ab. Das ist ihnen gewiss nicht leicht gefallen, denn Wendelgard lebte gern und lange. Sie soll im gesegneten Alter von 90 Jahren gestorben sein. Aber sie hielt Wort und Konstanz erbte die Haltnau.

So geziemt es sich wohl, in dieser heimeligen Weinstube des Rebgutes Haltnau einen guten Schluck Konstanzer Spitalwein ihrem Gedächtnis zu widmen. Seit 1272 gehört die Haltnau zur Spitalstiftung der Spitalkellerei Konstanz. Die Weine, die auf der Haltnau gezogen werden, profitieren von der südwestlichen Lage der Rebhänge und von der Beschaffenheit des Bodens.

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Text: Spitalkellerei Konstanz