Basilika Birnau Die römisch-katholische Wallfahrtskirche am Bodensee

Die Basilika Birnau, liegt unweit des Bodensee

Die als „Basilika Birnau“ bekannte Kirche St. Marien erhebt sich am Nordufer des Bodensees im Gemeindeteil Birnau des 7000-Einwohner-Erholungsorts Uhldingen-Mühlhofen. Die römisch-katholische Basilika Birnau zählt zu den wichtigsten barocken Wallfahrtskirchen der Region. Die Kirche ist dem örtlichen Zisterzienser-Priorat der am österreichischen Ufer vom Bodensee gelegenen Territorialabtei Wettingen-Mehrerau zugeordnet, dient aber auch als Gemeindekirche.

Anfahrt

Birnau liegt direkt an der Breisach und Lindau verbindenden Bundesstraße B 31 zwischen den Autobahnzufahrten Stockach (A 98) und Sigmarszell (A 96). Birnau ist auch mit Bussen der SeeLinie (Friedrichshafen-Überlingen-Meersburg) und Zügen der Regionalbahn bequem zu erreichen. 

Geschichte

In der Nähe des heutigen Standorts der St. Marien Kirche in Uhldingen-Mühlhofen stand bereits im Frühmittelalter eine Wallfahrtskapelle, die zur Reichsabtei Salem gehörte, dessen Grundstück aber vom Territorium des damals reichsstädtischen Überlingen umgeben war. Als besonderer Anziehungspunkt für fromme Pilger wirkte das 1420 aufgestellte, 80 cm große Marien-„Gnadenbild“, dem wundertätige Wirkungen zugeschrieben wurden.

Pläne der Zisterzienser, die Marienkapelle auf das wenige Kilometer entfernte Klosterterritorium zu verlegen, führten Anfang des 18. Jahrhunderts zeitweilig zu heftigen Auseinandersetzungen mit der lokalen Bevölkerung und der selbstbewussten Reichsstadt Überlingen. Dennoch setzte sich das Kloster schließlich durch und ließ die Kapelle Alt-Birnau mit päpstlicher Genehmigung abreißen.

Neu-Birnau entstand von 1742 bis 1750 unter der Leitung des führenden Barock-Architekten Peter Thumb auf einem hoch und malerisch gelegenen Ufervorsprung inmitten der Kloster-Weinberge und in der Nähe von Schloss Maurach, das dem Kloster als Wirtschaftsgebäude diente. Nach dem Reichsdeputationshauptschluss 1803 fiel das Territorium der aufgelösten Reichsabtei Salem an die Markgrafschaft Baden. Das Kloster Birnau wurde geschlossen und die Kirche verfiel.

1919 erwarb die Bregenzer Territorialabtei Wettingen-Mehrerau die Wallfahrtskirche Birnau und Schloss Maurach. Nach einer aufwendigen Renovierung wurde der Wallfahrtsbetrieb wieder aufgenommen und die Basilika Birnau wurde rasch zu einem wichtigen Ziel für Pilger und kunsthistorisch Interessierte.

Von 1941 bis 1945 waren die Wallfahrtskirche und das Kloster in Birnau von den Nazis geschlossen. An diese Zeit erinnert vor allem ein unweit St. Marien liegender kleiner Friedhof mit etwa hundert Gräbern von ermordeten Häftlingen des KZ Überlingen-Aufkirch. 1971 wurde St. Marien durch Papst Paul VI. der Ehrentitel „Basilica minor“ verliehen. Alljährlich ziehen fast 20 Marienwallfahrten zehntausende Pilger an. Zudem ist die Birnau eine beliebte Hochzeitskirche und eine der meistbesuchten touristischen Sehenswürdigkeiten am Bodensee. 

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Architektur und Gestaltung

Das langgezogene, seitenschifflose Kirchenschiff (knapp 50 m lang) wird zur Bodenseeseite von einem parallel zur Uferlinie errichteten Quergebäude, in denen sich Wohn - und Verwaltungsräume des Priorats sowie der Klosterladen befinden, abgeschlossen. Auf diesem als repräsentative Schauseite dienenden, 35 m langen Querriegel erhebt sich der mächtige, 51 m hohe Glockenturm der farblich in Weiß und Altrosa gehaltenen Wallfahrtskirche Birnau.

Der als Saalkirche konzipierte Innenraum ist dreigeteilt und verjüngt sich zur Apsis hin. Die Ausschmückung des Sakralraums ist von überbordender Rokoko-Pracht geprägt.

Zu den wichtigsten Elementen gehören:

  • der mariologisch bestimmte, auf das Marien-Gnadenbild am Hauptaltar ausgerichtete Bilderzyklus des Malers Gottfried Bernhard Göz,
  • drei Deckenfresken,
  • zehn Uhren und
  • eine mächtige Orgel.

Anlehnend an die sieben Altäre im römischen Petersdom hat auch Birnau sieben Altäre.

Video: Flug über die Basilika Birnau

Video: Niclas Raeder

Öffnungszeiten, Konzerte und Führungen

Die Wallfahrtskirche ist im Sommer von 7.30 h bis 19.00 Uhr geöffnet. Im Winter schließt die Kirche um 17.30 h. Jeden Donnerstag (außer am Fronleichnamstag und an Christi Himmelfahrt) wird von Mitte Mai bis Mitte September jeweils um 15.00 Uhr eine kostenlose Führung angeboten. Mehrmals im Jahr werden in der sehenswerten Kirche in Birnau Konzerte gegeben.